Unser Besuch beim Lillestoff Festival

Am 16.9. war es endlich so weit: Wir fahren nach Langenhagen zu Lillestoff.

Für alle, die sich unter dem Festival nix vorstellen können, möchte ich es kurz erklären: In einer großen Halle treffen sich 1000 Menschen, die das gleiche Hobby haben und zwar: NÄHEN! Man konnte im Voraus Karten und Seminare buchen. An dem Tag, als die Karte online gingen, war das Internet mehr wie Überlastet.

1000 Leute mit einmal waren online

Wir haben uns auf die Karten gestürzt. Es war klar, dass wir nur den Samstag gehen und es wird vor Ort nicht genäht. Was sich im nachhinein als sehr gut erwiesen hat. Jedoch war schnell klar, dass wir einen Kurs mit machen wollen. Der Fotokurs war unser Favorit und der Siebdruckkurs. Der Siebdruckkurs war ratzifatzi ausgebucht. Nur Jenny hatte Glück. Aber den Fotokurs haben wir beide bekommen.

So stand dann am 12.5. fest, dass wir nach Hannover fahren.

Mit der Zeit stieg die Aufregung

Je näher der Tag kam, je aufgeregter wurde ich. Denn ich musste fahren, da sich in der Zwischenzeit bei Jenny einiges getan hatte. Du hast ja sicher mitbekommen, dass sie und ihr Freund sich ein Haus gekauft haben. So brauchte er das Auto und wir konnten nicht mit dem großen Auto fahren. So brachte uns der kleine Skoda nach Langenhagen. Bisher fuhr der kleine Flitzer maximal 100 Kilometer am Stück. Aber es hat alles super geklappt. Ich habe den Hinweg übernommen und Jenny hat uns zurück gefahren. Eine kleine Schreckminute hatten wir schon … oookay, ich … Jenny war super entspannt. Auf dem Rückweg war der Tank fast leer. In Pfiffelbach blinkte dann tatsächlich auch die Tankleuchte auf. Mir war es schlagartig schlecht und meine Pulsuhr hat ausgeschlagen. Nachdem ich Google gefragt habe, wie lange man auf Reserve noch kommt, war ich beruhigt. Es sind übrigens knapp 50 Kilometer.

Warten … Nix als Warten

Die vielen … also viiiiiieleeeeen Frauen auf einem Haufen war nicht nur positiv. Nein! Wir haben so oft irgendwo gewartet. Wir haben draußen vor dem Eingang gestanden. Dann haben wir bis zum Kurs gewartet … beim Kaffee angestanden … auf Toilette gestanden … und und und …
Doch wir hatten kein Zeitdruck und waren daher immer sehr entspannt.

Der Fotokurs

Direkt um elf begann auch schon unser erster Kurs. Der Fotokurs bei Katrin & Sandra von „littlebluebag“. Wir haben so viel gelernt bei den beiden ober sympatischen Frauen. Der Mix aus Witz und Wissen war grandios und die zwei Stunden verflogen in Windeseile. Wir haben gelernt, was der Unterschied zwischen Blende, ISO und Teilautomatik ist.

Wir haben gezeigt bekommen, wie wir die verschiedenen Einstellungen an der Kamera auch vornehmen und diese zum Schluss für DAS PERFEKTE BILD einsetzen.

Der Kurs war in zwei Teile eingeteilt. Zuerst wurde das theoretische abgehandelt und dann sind wir raus und setzten das Gelernte auch ein. Bis auf dass es unwahrscheinlich kalt draußen war, hat auch der Praxisteil den Kurs zusätzlich sehr aufgelockert.

Siebdruck

Während die Jenny ihre mitgebrachten Teile mit der Siebdrucktechnik verschönerte, bin ich umher gelaufen. Ich habe mir angeschaut, was die Mädels so nähten, habe Kaffee getrunken und habe die Claudia alias Goldkrönchen getroffen.

Jenny hat in der Zeit am Tisch gestanden und hat ihren Rucksack verschönert. Leider war sie aber von diesem Kurs nicht so begeistert. Da sich der Kurs der Fotomädels nach hinten verschoben hat (weil es gar nicht anders gegangen wäre), dachten wir, dass sich ALLE Kurse verschieben. So war es nicht. Also war der Kurs schon mitten drin, als wir in die Ecke mit dem Siebdruckkurs kamen. Da stand doch tatsächlich schon eine andere an dem Platz für Jenny. Das war schon mal ein merkwürdiger Einstieg. Jenny hat die Farben hingestellt bekommen und sollte Loslegen. Keine Einführung, keine Tipps – NIX! Der Workshop hat sie 40€ gekostet und das Geld überhaupt nicht wert. Die Damen, welche den Workshop (nennen wir es mal) „leiteten“ waren unfreundlich und waren absolut genervt. So war es schon beim 2. Kurs. Da möchte ich nicht wissen, wie es beim Workshop danach war. Auch als Jenny ihr erzählt hat, dass wir direkt vom Fotokurs kamen, hat sie sich nicht die Zeit genommen und hat ihr kurz eine Einleitung gegeben. Sie war leider mehr wie enttäuscht.

So viele Leute

Mittlerweile weiß ich, dass am Samstag tatsächlich 1000 Besucher da waren. Das ist wahnsinn! Wir haben auch ein paar bekannte Gesichter getroffen.

Katrin und Sandra folge ich schon lange Zeit auf Instagram und ich schaue immer mal die Videos auf YouTube. Auf die beiden habe ich mich auch schon sehr gefreut. Man fragt sich doch immer mal, ob die Leute genau so sind, wie sie sich im Internet auch geben. Bei den Mädels von „littlebluebag“ kann ich auf jeden Fall sagen: JA!! Die beiden sind genau so, wie es Internet rüber kam. Einfach großartig!

In dem Kurs habe ich das erste Mal die Isabell von „Hannapurzel“ gesehen. Was, du kennst nicht Hannapurzel? Dann hole das unbedingt nach. Sie vernäht nicht nur für Lillestoff die Stoffe, sie ist vor allem eine bezaubernde Frau, Mutter und Oma … ach und eine Fotografin ist sie auch noch. Ich folge ihr schon sehr lange auf Instagram. Wir schreiben miteinander und erleben die Leben der anderen gerne mit. Als wir uns nun persönlich getroffen haben, war es gleich vertraut. Wir haben uns gedrückt und waren auch ein wenig aufgeregt. Jedoch sieht man hier: Instagram ist für viele weit aus mehr, wie nur eine App… sie verbindet Menschen aus ganz Deutschland.

Im Getümmel haben wir auch die Claudia von „Goldkrönchen“ getroffen. Auch mit ihr war es, als würde man sich schon ewig kennen. Jetzt überlegst du sicher: Hmm, Goldkrönchen? Das habe ich hier doch schon das ein oder andere mal gelesen. Da bist du richtig. Jenny und ich haben schon sehr oft ihre Schnitte genäht. Wir lieben ihren Stil und ihre Schnitte.

Viele Frauen

Ich habe den ganzen Tag nur einen Mann (als Besucher) gesehen. Warum ist eigentlich das Nähen ein weibliches Hobby?
Der Nachteil, wenn zu viele Frauen aufeinander treffen? Es wird gelästert. Als Jenny ihren Siebdruck-Workshop hatte, bin ich mal hier gewesen, mal da lang gelaufen und habe mich auch mal mit „dazu gestellt“ und da habe ich schon auch gehört:

„Hast du gesehen, was die an hatte“ … „Schau mal, dass ist doch die, die immer so komisch auf den Bildern schaut“ … „ach hier… die ist auch bei jedem Probenähen dabei“ …. und so weiter

Mensch, Mädels … seid nicht so! Uns verbindet ein Hobby und wir sollten uns doch unterstützen.

Obwohl auch uns aufgefallen ist, dass es gar nicht so leicht war, mit anderen in den Kontakt zu treten. Das war schade.

Das Resümee

Es war toll!

Hat sich der weiter Weg gelohnt? Jain!
Jenny war zum zweiten Mal beim Lillestoff Festival und hat gesagt, dass es im letzten Jahr „schöner“ war. Zumindest war im letzten Jahr mehr rundherum.

Würden wir nächstes Jahr noch mal hin fahren? Jain!
Heute würde ich sagen, einmal reicht. Doch Ein Jahr ist lang und vielleicht sehen wir das nächstes Jahr doch anders! Aber jeder, der näht, sollte das einmal mit gemacht haben.

Achso … hier noch ein paar Daten: Der Eintritt kostete uns pro Person 29€. Der Fotokurs kostete 50€ und der Siebdruckworkshop schlug mit 39€ zu Buche. In dem Eintrittspreis waren Essensmarken dabei: zwei mal Kaffee, zwei mal Kuchen und einmal warmes Essen.

Im Preis gab es außerdem ein Goodie-Bag. Die Tasche selber ist schon super, denn sie hat den Aufdruck von Lillestoff drauf. Im Beutel war ein Meter Stoff, ein Nähbuch, Postkarten, ein Mini-Nähset für Unterwegs und eine Zeitung mit Schnittmustern. Grandios und viele Dank dafür!

Viele Grüße
Suse

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