So soll Kindheit sein …

… diesen Text laß ich unter einem Video. In diesem Video rutschten Kinder bei Regen eine Rutsche runter. Bis hierher kein Problem. Doch es regnete – auch hier noch nicht das eigentliche Problem. Doch alle Kinder rutschten in eine riesige Pfütze.

Waaaas? MUSS man sich als Kind wirklich einsauen wie ein Schwein, um eine schöne Kindheit zu haben? Ich weiß, dass viele Mütter es so sehen.

Nur dreckige Kinder, sind glückliche Kinder?

Tut mir leid, da gehe ich absolut nicht mit.

Ich habe das schon oft gelesen – gerade unter Videos, die im Facebook geteilt werden. Ob das jetzt die Kinder sind, die in voller Montur in Matschpfützen rutschen. Oder ob das ein Kind ist, dass in Unterwäsche im dreckigen Wasser am Rand eines Feldweges sitzt und sich damit das Gesicht einreibt.

Bei aller Liebe, liebe Muttis (und Papis). Soll ich euch wirklich abnehmen, dass ihr das gut findet? Bin ich wirklich die einzige Mama, die eine Krise bekommen würde, wenn ich mein Kind am Nachmittag aus der Kita hole und die Hose vor Dreck alleine in der Ecke steht? Ich wäre sauer. Nicht nur, dass ich für einen Tag Kindergarten frische Sachen mit in die Kita geben müsste … nein, es wäre auch alles andere als schön, wenn ich mir vorstelle, wie mein Kind bei 3 Grad Außentemperatur im Wasser „gespielt“ hat.

Denn für mich hat eine tolle Kindheit nix mit Dreck zutun. Ich habe früher als Kind auch nicht im Dreck gespielt und bin trotzdem kein merkwürdiger Mensch geworden. Und wir waren immer draußen … IMMER – bei jedem Wetter. Doch auch bei Regen kam es mir nicht in den Sinn, mich in eine dreckige Matschpfütze zu setzen.

„Wir haben doch eine Waschmaschine“

Wenn ich das Ganze mal weiterspinne:

Ich hole mein Kind ab, seine Klamotten muss ich an zwei Fingern vor mir hertragen, damit ich mich daran nicht selber vollschmiere. Zusätzlich muss ich überlegen, wie ich die Sachen nach Hause bekomme ohne auch noch das ganze Auto einzusauen. Also lege ich die Sachen in den Kofferraum und mit ein bisschen Glück habe ich vielleicht eine Plastiktüte im Auto. Dann packe ich die Sachen da rein und fahre das Kind nach Hause.

Ich frage ihn unterwegs, was sie heute im Garten gemacht haben, dass seine Sachen so dreckig aussehen? Er sagt mir, dass sie an der Stelle gespielt haben, wo das Gras nicht mehr wächst und weil es ja geregnet hat, war es da eben matschig.
Da würde ich ihn sicher weiterfragen, warum denn da keiner was gesagt hat … er ist ja jetzt ganz dreckig. Die Erzieherin hat garnicht geguckt, sie hat mit ihrer Kollegin Kaffee getrunken (denke daran, dass alles ist fiktiv und spielt sich nur in meinem Kopf ab).

Schon beim erzählen höre ich, dass mein Kind etwas heißer ist… klar, ist ja auch kalt draußen und dann auch noch den ganzen Nachmittag im Matsch gespielt, da ist die Erkältung vorprogrammiert.

So wäre es dann sicher auch: Morgens ist das Kind fiebrig und krank … GEIL! Also kann ich nicht arbeiten, sitze den ganzen Vormittag beim Kinderarzt, holen uns da vielleicht noch eine Bindehautentzündung vom Spielzeug dort.
Wasche dann nach dem Mittag die getrockneten Klamotten- verstopfe meine Waschmaschine durch den Matsch aus den Hosentaschen.

Ja, es ist toll, dass Kinder sich dreckig machen …*gähn*

Auch Kinder die nicht im Matsch spielen sind glücklich

Aber schreib doch mal unter so ein Video, dass du es gar nicht gut findest, wenn das Kind von oben bis unten mit Dreck eingesaut ist, nur weil es andere witzig finden, die Kinder in einer Pfütze spielen zu sehen. Da kannst du darauf wetten, dass die virtuellen Steine rausgeholt werden und du alle abbekommst.

Denn du darfst keine andere Meinung vertreten. Doch fragt man mal, was an einem Spiel im Dreck im Gegensatz zu einem Spiel auf einer trockenen Wiese toller ist, kommt als Antwort nur: „Na ist doch viel witziger“ oder „Ein Kind muss sich auch mal dreckig machen dürfen.“ Die Argumente sind wirklich dürftig und ich bin jetzt mal frech und würde behaupten, dass meine Beweiskette (dass es eben nicht toll ist) viel aussagekräftiger ist.

Natürlich sind wir als Eltern mit unserem Sohn auch viel draußen. Wir wohnen direkt an einem Park und nutzen den auch bei Regenwetter. Es soll jetzt nicht so klingen, als dürfte sich unser Kind nicht dreckig machen… denn JA, wir haben eine Waschmaschine. Aber von einem Kind, welches in einer Pfütze sitzt, halte ich nicht viel.

Wir gehen auch im Regen raus und schauen uns die Natur an. Es werden Regenwürmer beobachtet und Schnecken angeschaut. denn die Natur ist bei Regen bzw. direkt nach dem Regen einfach wunderbar.

Doch jetzt bin ich auch mal neugierig. Wie siehst du das mit dem dreckig sein? Wie ist deine Meinung? Schreib mir doch mal einen Kommentar hier, oder gern auch in unserer Facebook-Gruppe. Wir würden uns sehr über ein Feedback freuen.

Viele Grüße
Suse

 

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