Die lieben Manieren

Nimm bitte die Hände auf den Tisch!
Kaue bitte mit geschlossenem Mund!
Wenn Erwachsene sich unterhalten, bist du still.

Manieren kann man lernen!

Kennst du diese Situationen auch?

Nicht nur im Hause „Goldmarie und Pechmarie“ gab es Unterschiede bei den Manieren.

Wir erinnern uns gerne zurück, wie die Pechmarie der Frau Holle den (mit Absicht) fallen gelassen Stock einfach nicht aufhebt oder wie sie der alten Frau an der Treppe keinen Vortritt lässt. Oder erinner dich, wie die Pechmarie einfach in die Töpfe schaut bzw. schon isst, obwohl Frau Holle noch nicht am Tisch sitzt.

Ja, die Märchen haben schon immer eine Botschaft vermittelt. Bei Frau Holle lautet diese, dass man belohnt wird, wenn man fleißig und achtsam ist.

Ja, ich weiß, es ist ein Märchen und wir wissen, Märchen werden nicht wahr.

Ich empfinde es als sehr wichtig, meinem Sohn Manieren, Höflichkeit und auch Fleiß mit auf den Weg zu geben. Auch wenn er jetzt bald „erst“ 5 wird, ist es mir persönlich auch wichtig, dass er mit dem Essen wartet bis alle am Tisch sitzen und er erst dann aufsteht, wenn alle aufgegessen haben. Sitzen wir Eltern noch da und erzählen noch nach dem Essen, muss er natürlich nicht die ganze Zeit sitzen bleiben. Doch die Mahlzeiten werden zusammen verbracht. Ich möchte auch nicht, dass seine Hand, die er beim Essen nicht benutzt unterm Tisch hängt oder er sich beim Essen auf den Ellenbogen aufstützt. Wie hat meine Mama immer zu meinem Papa gesagt: du bist hier nicht auf der Baustelle … Du musst wissen, mein Papa ist Maurer und unter Männern herrscht sicher eine andere Art von Manieren.

Es kann auch sein, dass du jetzt denkst: die übertreibt ganz schön mit ihren Regeln. Doch bleiben wir mal beim Essen. Wir sind ja „nur“ zu dritt. Stell dir vor, der Papa sitzt dem Kind gegenüber, den Kopf in der einen Hand auf dem Ellenbogen abgestützt und isst schmatzend mit offenen Mund. Das Kind dagegen sitzt auf dem Stuhl, in der rechten Hand den Löffel und die linke Hand unterm Tisch… Kannst du dir vorstellen wie krumm das Kind am Tisch sitzt? Klar, ich übertreibe hier. Doch genau bei solchen grunsätzlichen Sachen fängt es an und gerade wir als Eltern können dabei mit gutem Beispiel vorangehen.

Wir wünschen z.B. nach jedem Niesen „Gesundheit“. Da ist es mir egal, ob man das macht oder nicht.

Ich habe auch noch gelernt, Leute im unmittelbaren Umfeld zu Grüßen. Gehe Mal in den Kindergarten und triff auf dem Weg 5 Eltern. Du kannst deinen Hintern drauf verwetten, das MINDESTENS einer dabei ist, der NICHT grüßt. Ein ganz tolles Vorbild für das eigene Kind.

Ich wurde doch Recht streng erzogen und meine Eltern haben sehr auf Manieren geachtet. Und was soll ich dir sagen? Es hat mich jetzt nicht unbedingt zu einem schlechteren Menschen gemacht.

Ich mache mir auch immer Mal wieder Gedanken, welche Manieren heute wichtig sind?

Ich empfinde es z.B. als sehr wichtig, dass man sich am Tisch zu benehmen weiß.

Der Respekt dem Menschen gegenüber ist für mich auch eine Art von Manieren. Wenn meine Kundinnen ins Haus eintreten, dann lasse ich denen immer den Vortritt beim Treppensteigen . Warum? Einerseits, weil ich es eben so gelernt habe und andererseits aus Respekt.

Ich finde Manieren zu zeigen und Respekt vor anderen Menschen zu haben, sind zwei Eigenschaften, die Hand in Hand gehen sollten. Wenn ich mich am Essenstisch zu benehmen weiß, ist es doch eine Art Respekt dem Menschen gegenüber. Ich kann  sagen, dass mein Umfeld, also Familie und Freunde, alle Manieren besitzen. Das schätze ich an allen sehr.

Aber zurück zu meiner Frage:

Welche Manieren sind heute wichtig?

Tischmanieren – klar habe ich schon gesagt.

Wie steht es mit dem Grüßen der Leute? Ich kann meinem Kind immer wieder sagen, er soll „Hallo“ oder „Guten Tag“ sagen. Wenn er es aber von seinem Gegenüber nicht erwidert bekommt, steht er sicherlich auch im Konflikt, ob das Grüßen in dem Moment falsch war oder trotzdem richtig. Hinzu kommt hierbei auch noch, dass mein Sohn fremden Leuten gegenüber sehr schüchtern ist.

Wie oft stehen wir beim Einkaufen an der Wurstheke und er traut sich einfach nicht DANKE für seine Wiener zu sagen!? Man sieht ihm an, dass er in diesem Moment schüchtern ist und die meisten Verkäuferin winken es ab. Doch ich ärgere mich so sehr. Zumal er zu Hause bei jedem noch so kleinen Dinge DANKE sagt. Und schnell wird das Kind als unerzogen abgestempelt.

Klar, es könnte mir auch egal sein, was die Fleischwarenfachverkäuferin denkt… Aber es geht mir einfach ums Prinzip. Ich muss ehrlich sein, nachdem der Spruch „Was sagt man?“ (Übrigens ein Satz, bei dem ich mir immer geschworen habe, ihn nie zu sagen) nicht geholfen hat, habe ich schon mit „… dann geht die Wurst eben wieder zurück, wenn du nicht danke sagst“ gedrohte. Ich weiß, ich weiß, dass ist wirklich gemein. Bisher hat die Verkäuferin es meist mit „ach ist schon gut“ gerettet, aber es ärgert mich einfach.

Also unterm Strich sind mir Manieren sehr wichtig. Schließlich kann und sollte man eben auch nicht einfach immer das machen, was man will. So funktioniert ein Zusammenleben nicht. Schließlich haben Manieren auch in gewisser Weise mit Respekt und Empathie zutun und ohne diese beiden Eigenschaften WILL und KANN ich nicht leben. Genau aus diesem Grund gebe ich meinem Kind auch Manieren mit. Und auch wenn er sich an Regeln halten muss *zwinker*, ist er trotzdem ein glückliches Kind.

Manieren einmal bitte für alle

Zum Schluss möchte ich noch was los werden:
Ich finde Manieren nicht nur bei Kindern ganz wichtig. Denn auch ein Erwachsener MUSS wissen, was sich gehört. Sonst würde es z.B. an den Kassen im Supermarkt nicht funktionieren oder im Straßenverkehr würde es noch schlimmer zugehen. Das lasse ich jetzt mal so stehen.

Jetzt erzähl mir doch Mal, wie du das mit den Manieren siehst. Welche sind dir am wichtigsten und auf welche kannst du verzichten?

Ich freue mich auf einen Kommentar von dir. Schreibe mir hier unter dem Beitrag oder auch gern auf unserer Facebookseite

Viele Grüße


 

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