Fahrt mit dem Rasenden Roland

Sonntag Abend sind wir nach dem Abendessen noch mal ein Stück rum gelaufen. Wir haben vorher mal auf den Plan geschaut, wann der Rasende Roland noch mal am Bahnhof hält. So konnten wir uns die Dampflok schon mal anschauen.

Sofort war klar, morgen werden wir unseren Ausflug nach Binz nicht mit dem Auto machen, sondern mit Rucksack und mit der Dampflok.

Wir stellen uns also den Wecker. Stellen wir uns nicht Wecker, schlafen wir garantiert so lange, dass wir die este Fahrt nicht schaffen. Für den Nachmittag haben sie auch wieder tollen Sonnenschein angesagt. So fahren wir morgens gleich mit der ersten Dampflok nach Binz um am Nachmittag wieder an den Strand zu können.

Rasender Roland kommt

Leider ist der Kartenverkaufsschalter noch nicht offen, als wir früh um neun fahren wollen.

Bahnhofe Rasender Roland

Auf dem Flyer, den wir uns in der Kurverwaltung holten kamen wir mit den Preisen gar nicht zurecht. Wir hatten schon die schlimmste Befürchtung, dass es sonst wie teuer ist. So haben wir uns die erste Fahrt nicht ganz so weit ausgesucht.

Binz ist nur zwei Haltestellen von uns entfernt und so kann es einfach nicht so teuer sein. Ist es auch nicht. Wir bezahlen nur 4 Euro hin und zurück pro Person. Da kann man wirklich nix sagen.
Linus hat seine eigene Fahrkarte. Eine Kinderfahrtkarte. Kinder fahren übrigens kostenlos.

Die Bahn macht sich ja schon mit dem Hupen auf sich aufmerksam. Da werde ich als Erwachsene auch ein wenig aufgeregt. Mit einer Dampflok fährt man eben nicht jeden Tag.

Rasender Roland kommt

Am Bahnhof muss man, um auf die andere Seite zu kommen, über die Gleise laufen. Die ganze Zeit erzählt Linus immer, dass man das nicht macht und nun musste er das tun. Schließlich geht man ja eigentlich nicht über die Gleise. So gibt es hier am Bahnhof auch noch eine weitere Premiere. Denn in der Bahn hat er zu mir gesagt: „Mama, das haben wir ja noch nie gemacht“

In Binz angekommen sind wir direkt auch noch Zuschauer des Spektakels, wie sich die Lok wendet. Obwohl so richtig wenden kann man auch nicht sagen. Schließlich fährt sie nur an das andere Ende der Bahn. Doch es war was besonderes.

Strandpromenade läd zum Flanieren ein

Genau so der Weg an die Strandpromenade. Denn da fahren wir mit der Bäderbahn. Mit der Kurkarte ist die Fahrt auch kostenlos. Natürlich haben wir die Kurkarten zu hause liegen lassen. Aber auch mit 1€ pro Person machen wir nix falsch. So ist auch da der Weg noch mal toll. Von der Bahn in die Bahn.

Am Strand angekommen geht es natürlich erst einmal zur Seebrücke. Doch da ist nicht so viel zu sehen. Aber die Möwen sind wirklich doll Zutraulich und fliegen gar nicht mehr vor den Menschen weg. Sie sind es eben einfach gewöhnt.

möwe Göhren

So machen wir ein kleines Picknick am Brunnen, der direkt vor der Seebrücke ist. Am Brunnen ist euin Trubel. Viele Menschen sitzen da und schauen den Menschen zu, die da lang laufen. Am Rand stehen drei Männer, die eine Art Barbershoptrio sein könnten. Zumindest singen sie ausländisch und sicher singen sie irgendwelche Kinderlieder. Wir Deutsche verstehen ihre Sprache eh nicht.

Nachdem wir gesättigt sind, schlendern wir durch die Einkaufsstraße. Linus bettelt uns an, Er möchte soooo soooo gerne ein Krokodil zum aufblasen für den Nachmittag an den Strand. Ja, wir lassen uns auch breit schlagen. Soll er so ein Ding bekommen. Er muss es dafür aber bis nach Hause tragen. (Wer jetzt denkt, dass unser Plan aufging, liegt leider dagegen. Natürlich habe ich mich mit Olli abgewechselt, mit dem Tragen)

Sonst ist Binz zum Bummeln sehr schön. Kleine Geschäfte direkt nebeneinander und so kannst du von einem Geschäft ins nächste gehen. Wir sind aber eigentlich nicht hier, um Geld auszugeben. So schlendern wir nur so rum.

Binz erscheint wirklich sehr sauber.

Auf dem Weg mit der Bäderbahn zurück zum Bahnhof sieht man wirklich viele … also viiiele Ferienwohnungen. Da ist der Bedarf sicher doll hoch. Es wird ja auch gesagt, dass die Deutschen immer wieder öfter direkt im Land bleiben und sich so doch einmal mehr für die Ostsee entscheiden. Und wenn man über die Insel Rügen spricht, reden die Leute doch am Meisten von den Kreidefelsen, Göhren, Binz und Sellin und das Jagdschloss. So kennt man eben Binz. Also müssen wir da eben auch mal gewesen sein.

Open Air Fahrt

Auf dem Rückweg nach Sellin hatten wir auch noch das Glück, dass wir in dem Wagon ohne Dach sitzen konnten. Das ist so toll. Hast du mal die Möglichkeit, da zu sitzen. Mach das unbedingt. Die Dampflok zu fahren an sich ist schon super. Aber auch noch Open Air ist das der absolute Hit.
Linus hat sich im Nachhinein ein wenig beschwert, dass er den ganzen Rauch ab bekommen hat. Aber eigentlich fand er es auch super. Zumindest habe ich bei der Fahrt nicht das Gefühl, dass es ihm nicht gefällt.

Rasenden Roland

So riechen wir den Kohlendampf und sehen auch, wie die Äste vom Dampf angepustet bewegen. Die Äste und Blätter haben da einiges auszuhalten. In dem Flyer zum Rasenden Roland steht, dass die Dampflok nur bis zu 30 km/h fährt.
Wer jetzt auch denkt, so wie ich das tat, dass der Rasende Roland nur eine Bahn ist – der irrt. Es sind wohl 4 oder fünf. Die sich den lieben langen Tag auf er schmalen Bahn durch die Wälder von Rügen bewegen. Im Nachhinein ist mir das auch klar. Eine Bahn alleine schafft das ja gar nicht. Doch Konnte ich mir eben einfach nicht vorstellen, dass alle Bahnen den gleichen Namen haben. Doch es ist so.

Noch heute erzählt Linus über die Fahrt mit der Dampflok. Am Anfang hat es sich bei Linus immer angehört, er würde von „Carola“ reden, statt „Rasenden Roland“ dazu zu sagen.

Baut er sich heute seine Eisenbahnstrecke in seinem Zimmer auf, macht er noch immer das Geräusch, wie der Rasende Roland. Denn die Übergänge für die Fußgänger im Wald sind nicht gesichert. So pfeift die Bahn rechtzeitig vorher einen langen Pfiff aus. So wissen die Menschen, die an dem Übergang stehen, dass Roland gleich kommt. Auch wenn die Bahn da sicher nur 20 km/h fährt, möchte man sicher trotzdem nicht, dass die Bahn einen anfährt.

Das erste Mal Kleckerburgen bauen

In Sellin angekommen konnten wir zwei Bahnen bei der Ausfahrt aus dem Bahnhof zuschauen. Eine in Richtung Göhren und die andere Bahn Richtung Binz und Putbus.

10 Minuten später sind wir an der Wohnung. Da heißt es nur noch schnell umziehen, Sachen in den Bollerwagen packen. Ab an den Strand und Kleckerburgen bauen.

kleckerburg

hij_kleine

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