Der Hochzeitstag von Svenja und ihrem Mann

Nachdem du schon den ganzen Wonnemonat Mai mit uns zwei viel über Hochzeitsvorbereitungen, Hochzeiten im allgemeinen und viel von Hochzeitsprofis gelesen hast. Beginnen wir heute eine tolle Woche.

Ab heute schreiben Frauen über den für sie mit tollsten Tag in ihrem Leben. Sei gespannt, wie unterschiedlich oder unterm Strich doch gleich der jeweilige Hochzeitstag ist.

Heute beginnt Svenja von „Vollblumami“ – Viel Spaß beim Lesen

All Inclusive – Alles an einem Tag

Wenn man den Entschluss gefasst hat, den Bund des Lebens einzugehen, steht man vor einer großen Frage: Wann?!

Naja, genau genommen steht man vor zwei Fragen… Das WIE ist ja auch nicht ganz unwichtig… Denn neben einer standesamtlichen Trauung kommt ja auch noch eine kirchliche Hochzeit in Betracht. Sollte man sich dann für beides entscheiden, spielen die Termine wohl die größte Rolle: Kirchlich kann man erst heiraten, wenn man standesamtlich getraut ist. In der Regel hat man dann also zwei Hochzeitstage und ich habe mich dabei immer gefragt, welchen Hochzeitstag ich dann später „feier“. Wann ist man denn so „richtig“ verheiratet, was zählt denn da eigentlich?!

Die Vorüberlegungen

Der Plan: unser Jahrestag, der 3. Juni! Das wäre doch ein schönes Datum, habe ich mir so gedacht und 2011 war der 3. Juni auch noch ein Freitag. Der Brückentag nach Christi Himmelfahrt. Super! Das Datum stand also schon mal fest. Nun gab es nur noch ein Problem: sollen wir da nur standesamtlich heiraten und kirchlich später, oder direkt beides an einem Tag „durchziehen“. Denn ohne Kirche ist es für mich keine richtige Hochzeit… Das Standesamt ist für mich eher so ein bürokratisch notwendiger Akt… Wir haben einige Zeit diskutiert und Argumente für und gegen eine standesamtliche und kirchliche Trauung an einem Tag ausgetauscht und schlussendlich sind wir zum Ergebnis gekommen, dass wir keine zwei Feiern organisieren wollen. Und zwei Hochzeitstage sind ja irgendwie auch doof. Was sprach also gegen ZWEI Trauungen an EINEM Tag. Eigentlich nichts.

Nur der damit verbundene Stress – so dachten alle um uns herum.

Planung ist alles

Warum Stress? Ein gewisses Maß an Stress ist ja so oder so mit einer Hochzeit verbunden. Aber hat man bei zwei Trauungen an einem Tag wirklich mehr Stress??? Konnte ich mir nicht so recht vorstellen. Also wurde alles konsequent geplant und schon mal der Saal reserviert. Du misst nämlich wissen, dass so ein Tag Anfang Juni, der dazu noch ein Brückentag ist, ein sehr beliebtes Datum für Hochzeiten ist – und da muss man dann fix sein, wenn man im Saal seiner Wünsche feiern möchte! In unserem Fall haben wir all diese Dinge im September 2010 geregelt – gute 3 Monate bevor wir das Aufgebot bestellen konnten!

Das Aufgebot kann man bei unserem Standesamt nämlich erst frühestens sechs Monate vor dem Trautermin! Aber wenn ich mir was in den Kopf gesetzt habe, will ich alles rechtzeitig in trockenen Tüchern haben… Am 3. Dezember stand ich dann direkt morgens zur „Ladenöffnung“ am Standesamt – und war nicht die Erste! Ein anderes Paar war noch früher da als ich *lach* Nun war alles Wichtige in trockenen Tüchern. Damit war der größte Stressfaktor schon mal beseitigt. Wir konnten den Pastor für die kirchliche Trauung informieren, uns mit dem Fotografen unserer Wahl zusammensetzen und die Feier planen…

Der große Tag

Für uns startete unser Hochzeitstag um 6.30 Uhr. Da ging nämlich der Wecker. Nach einer Dusche und einem schnellen Frühstück ging es für mich zu 8.00 Uhr zum Frisör. Die Frisur hatten wir zuvor schon probegesteckt. Es saß also jeder Handgriff und nach einer Stunde war ich wieder auf dem Weg nach Hause. Dort haben wir uns gemeinsam für unsere Trauung im Standesamt fertig gemacht. Alle wichtigen Sachen habe ich in einer Tasche zusammengepackt und um 10 Uhr ging es los in Richtung Historisches Rathaus. Man soll immer eine halbe Stunde vor der Trauung da sein – also um 10.30 Uhr, denn um 11.00 Uhr sollten wir den Bund fürs Leben eingehen. Ich war soooo nervös und die Männer die Ruhe in Person *lach* Diese halbe Stunde im Trauzimmer war das Einzige in meiner Planung, was ICH nicht planen konnte – und das machte mir „Sorgen“.

Ich wusste schlicht und ergreifend nicht, was da auf mich zukommt. Die letzte Hochzeit, bei der ich im Standesamt dabei war, lag bereits Jahre zurück…

Um kurz vor 12 Uhr – mit etwas Verspätung – betraten wir dann die Rathaustreppe als Mann und Frau. Was für ein komisches Gefühl. Aber die Anspannung war weg. Nach einem kleinen Sektempfang ging es dann für die nächsten Angehörigen zu meiner Mama. Bei ihr gab es Mittagessen – ein leckeres Buffet, das sie organisiert hatte. Mein Appetit hielt sich allerdings in Grenzen…

Generell habe ich an diesem Tag nicht viel gegessen. Wie ich gehört habe, geht das jeder Braut so.

Nach dem Essen verschwand der frisch gebackene Ehemann im Gästezimmer und ich im Schlafzimmer. Umziehen war angesagt. Denn um 14.30 Uhr hatten wir ein Date mit unseren Hochzeitsfotografen in der Stadt! Und von dort aus ging es direkt zur Kirche, die auch mitten in der Stadt liegt. Der Vollblutpapi hat mich in meinem Brautkleid also zum ersten Mal im Flur in der Wohnung meiner Mutter gesehen. Ja, es gibt romantischere Orte *lach* aber es hat dem Zauber des Augenblickes nichts genommen.

Um 14 Uhr ging es mit Eltern und Trauzeugen dann los zum verabredeten Treffpunkt. Unsere Fotografen warteten bereits auf uns und nachdem die Fotos mit Familie und Trauzeugen gemacht waren, zogen wir gemeinsam für etwa 1,5 Stunden durch die Stadt. Die Fotografen hatten nach einem Gespräch mit uns einige schöne Plätze ausgewählt. Unterwegs wurden wir dann mehrmals von Passanten gefragt, ob wir wirklich heiraten bzw. geheiratet haben, oder nur Modeaufnahmen machen *lach*

Den Abschluss der Fotosession gab es dann bei der Feuerwehr – denn der Vollblutpapi ist ja Feuerwehrmann! Und bei der Feuerwehr hatten wir uns vier Jahre zuvor durch gemeinsame Freunde auch kennengelernt. Hier lebten wir seit drei Jahren in einer gemeinsamen Wohnung. Hier nahm uns auch der Trauzeuge des Vollblutpapis wieder in Empfang und fuhr uns anschließend pünktlich zur Kirche.

Was im ersten Moment nach Stress und Arbeit klingt, verlief total entspannt. Wir waren überrascht, wie schnell zwei Stunden verfliegen können!

Unsere Kirchliche Trauung

Um 17 Uhr zogen wir dann gemeinsam in die Kirche ein. Ich war entspannt wie nie – der Mann an meiner Seite nicht. Hier war ich in meinem Element. Ich hatte den Gottesdienst geplant, wusste wann welcher Text und wann welches Lied kommt. Ich konnte es genießen. Der Vollblutpapi hingegen war etwas unsicher – wir haben uns das Eheversprechen selber gegeben. Ja, wir haben es abgelesen. Aber da an einem Mikrofon zu stehen, wenn viele Augen auf einen gerichtet sind, ist auch nochmal was anderes, als einfach nur irgendwann mal „ja“ zu sagen *lach*

Nach der Trauung ging es dann um 18 Uhr in den Saal zur Feier im kleinen Kreis. Für uns beide war klar, dass wir keine riesen Feier mit ein paar Hundert Leuten wollen. Die Familie und der engere Freundeskreis reichten! Das Essen war super – haben die anderen gesagt *lach* Ich hab fast nix runter gekriegt. Und das lag absolut nicht am Essen!!! Ich hatte einfach keinen Hunger. Zum einen lag das bestimmt an der inneren Aufregung an diesem Tag, zum anderen aber wohl auch daran, dass wir uns für unsere Hochzeit den wohl wärmsten Tag des Jahres ausgesucht hatten… Mir war einfach nicht nach fester Nahrung.

Die Hochzeitsnacht

Gefeiert haben wir bis um 2 Uhr. Ich muss dazu sagen, dass viele unserer Freunde ebenfalls in der Feuerwehr sind und dass am Tag vor unserer Hochzeit „Tag der offenen Tür“ bei der Feuerwehr war. Dementsprechend kaputt waren dann alle…

Es gibt bei der Feuerwehr so ne blöde Tradition: wenn ein Feuerwehrmann, der dazu auch noch direkt bei der Feuerwehr wohnt, heiratet, wir ihm die Wohnungstür zugemauert. Darauf kann man sich also schon mal einstellen. Bei mir schwang aber auch noch so ein ungutes Gefühl mit, denn wir wohnten im 1. Stock und was bietet sich da mehr an, als auch noch die Treppe irgendwie zu sabotieren?! Und genau so kam es dann auch.

Als wir gegen 2.30 Uhr mit ebenfalls dort wohnenden Freunden (Feuerwehrleuten) nach Hause kamen, erwartete uns im Flur ein „Anblick des Grauens“: Wasserbecher. Viele Wasserbecher. Auf der gesamten Treppe. Teilweise mit Spüliwasser gefüllt.

Wenn ich euch Mädels (und Jungs) einen Tipp geben darf: heiratet bloß kein Mitglied einer Feuerwehr!!! Oder tut es ganz heimlich, dass es keiner mitkriegt 😉 Die bei der Feuerwehr haben nur Mist im Kopf… Echt jetzt. Ganze 1.700 Wasserbecher mussten wir beseitigen! Die ersten haben wir noch brav ausgekippt, nach ein paar Stufen habe ich dann aber einfach mit dem Arm ausgeholt und sie in Richtung Keller geschmissen.

An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal bei unseren fleißigen Helfern bedanken, die die Becher eingesammelt und das Wasser mit dem Wassersauger der Feuerwehr beseitigt haben! Sie haben uns in den Garten geschickt, mit Getränken versorgt und ohne Murren und Knurren den Weg freigeräumt, sodass wir um 5 Uhr in unserer Wohnung waren. Die dickste Überraschung kam aber, als sie die „Mauer“ vor der Wohnungstür eingerissen haben. Auf einmal fing es an zu rieseln. An dieser Stelle sei gesagt: verbannt alle Dachdecker aus eurem Freundeskreis! Die kommen nämlich super an diese kleinen Dämmkügelchen! Die 340 Liter Wasser auf der Treppe haben ja auch nicht gereicht – nein, zwischen Wohnungstür und Mauer passten auch noch 200 Liter Dämmkügelchen! Die haben unsere Freunde mit ner Schneeschaufel in Säcke verfrachtet… Gut, der Garten sah dann erstmal aus wie eine Müllhalde, aber das ging mitten in der Nacht auch nicht anders…

Fazit

Ich habe ja bislang nur einmal geheiratet – und hoffe auch, dass das so bleibt – also habe ich keinen Vergleich zu einer „normalen“ Hochzeit, aber ich fand unseren Hochzeitstag überhaupt nicht stressig. Das lag vermutlich an der guten Planung im Vorfeld. Das gleiche haben auch andere Paare gesagt, die an einem Tag standesamtlich und kirchlich geheiratet haben. Und das Schöne ist, dass man nur einen Hochzeitstag hat, den man – wenn man denn möchte – feiern kann.

Vielen Dank liebe Svenja und wir wünschen dir und deiner Familie ein glückliches und langen Familienleben mit deinem Mann.

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